Joggen schenkt zusätzliche Jahre


14.09.2017

Hopfen am See Sport und Mortalität - leben Sportler wirklich länger? Diese Frage will Prof. Dr. Andreas Rembert Koczulla, Oberarzt am Uni-Klinikum Gießen und Marburg, bei den neunten Enzensberger Sportmedizintagen vom 15. bis 17. September auf den Grund gehen. Er und rund 100 Sportmediziner, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler aus ganz Deutschland folgen der Einladung des Organisators und Leitenden Oberarztes der Abteilung Orthopädie der Fachklinik Enzensberg, Dr. Holger Reimers, und referieren und diskutieren an drei Tagen über verschiedene sportmedizinische Themen.

Sport gilt seit langem als wichtiger Gesundheitsfaktor. Regelmäßige Aktivität macht Muskeln, Herz und Hirn fit - und kann sogar vor Krebs schützen. Wer dreimal pro Woche joggt, gewinnt Lebenszeit. Studien untersuchen, warum das so ist und welche nachweisbaren positiven Effekte auftreten. Ergebnisse einer Langzeitstudie zeigen, dass leichtes Joggen, mit 60 bis 150 Minuten pro Woche, das Leben von Männern um 6,2 und von Frauen um 5,6 Jahre verlängert. Die positiven Folgen von Sport betreffen den ganzen Körper. "Bewegung stärkt die so genannten arbeitende Muskulatur. Das hört sich erst mal gar nicht so wichtig an. Doch diese Muskeln ermöglichen, dass man lange Kraft hat und beweglich bleibt, Treppen laufen kann, selbstständig bleibt. Darüber hinaus stärkt Sport Herz und Gehirn. Wer die Anlage dazu hat, eine Demenzerkrankung wie Alzheimer zu entwickeln, kann die Erkrankung durch Sport um zwei bis drei Jahre hinauszögern", sagt Prof. Koczulla. Zusätzlich senkt körperliche Aktivität die Raten von Herzinfarkt und Schlaganfall um 20 bis 40 Prozent. Auch die Krebshäufigkeit nimmt um fast ein Viertel ab. Das betrifft vor allem Brust- und Darmkrebs.

Doch nicht nur das Thema "Sport und Mortalität" wird an den Enzensberger Sportmedizintagen im Mittelpunkt stehen. Auch Themen wie "Kinder und Leistungssport", "Verletzungen im Klettersport", "Selbstverteidigung und Sportmedizin" sind im diesjährigen wissenschaftlichen Programm vertreten. Ein sportliche Highlight kommt bereits am Freitag auf die Teilnehmer zu: Karate-Weltmeister Jürgen Fritzsche wird allen Interessierten einen kleinen Selbstverteidigungskurs geben. Aber das Team um Organisator Dr. Holger Reimers bietet seinen Teilnehmern noch mehr: an allen Tagen ist ein breites Sport-Programm geboten - von Radsport über Nordic-Walking, Reiten bis hin zu Bergwandern, Golf und Rafting.

Die Enzensberger Sportmedizintage finden alle zwei Jahre statt und sind ein interdisziplinäres Sportmedizin-Symposium für Ärzte, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler. Mehr Informationen und das gesamte Programm der 9. Enzensberger Sportmedizintage entnehmen Sie bitte dem Programm-Flyer.

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